Die „magischen“ drei Phasen lassen sich bei nahezu jedem Trader beobachten – was hat es nun damit auf sich?
Zunächst einmal die Phasen in Überblick:
- Fremdorientierung: Man ist noch nicht lang an der Börse aktiv, liest einige Börsenbriefe und verfolgt Ratschläge von „Experten“. Gekauft wird das, was einem als Renditebringer empfohlen wird.
- Einstiegsorientiert: Der Trader gibt Unmengen von Geld für Seminare und Bücher aus – er will sich seine eigene Meinung bilden, um den perfekten Einstieg zu finden. Nach Möglichkeit darf es auch ein vollautomatisches Handelssystem sein, welches einmal gestartet immer Einstiege und Ausstiege auswirft. Man ist also auf der Suche nach dem „heiligen Gral“.
- Risikoorientiert: Aufgrund von eigenen Erfahrungen und der Einsicht, dass nicht der richtige Einstieg entscheidend ist, sondern ein entsprechender Ausstieg das Erfolgskriterium ist, werden unter Berücksichtigung des Risikos Positionen eröffnet oder geschlossen. Der Trader „lernt“ mit einem Verlust umzugehen und sucht die Schuld daran nicht bei Anderen.
Wenn man ehrlich zu sich ist, bin ich mir sicher, dass sich jeder in eine der Phasen einordnen kann. Ich selbst habe lange Zeit in Phase 2 verbracht – zu Lasten meines Depots…
Kommen wir zu den Faktoren, die den Erfolg eines Traders ausmachen. Ich hatte vor kurzen hierzu ein kleines Brainstorming gemacht, welches ich euch nicht vorenthalten möchte:
- Der Einstieg ist nicht das Entscheidende. Es ist nicht wichtig, zum Tiefpunkt einzusteigen und am Hochpunkt zu verkaufen – das wäre mit Glücksspiel zu vergleichen. Stattdessen reicht es vollkommen aus, einen Trend zu erkennen und diesem zu folgen.
- Regeln sind das A und O für den dauerhaften Erfolg an der Börse, wie man auch in Interviews mit anderen Tradern sehen kann. Es ist von existentiellerer Bedeutung Emotionen beim Handeln außen vor zu lassen. Es geht schließlich um Geld und nicht darum etwas für das eigene Ego zu tun.
- Eine gute Performance alleine ist nichts wert. Die Leistung muss immer im Verhältnis zu dem eingegangenen Risiko stehen. „Diversifizierung“ wäre hier das ausschlaggebende Stichwort.
- Das testen der Strategie ist zwar kein Erfolgskriterium alleine, dennoch kann man gut testen, ob man mit dem Vorgehen in der Vergangenheit bereits Erfolg gehabt hätte.
Man sollte unbedingt Regeln für das einzusetzende Kapital aufstellen – nur mit geschicktem Money Management ist ein dauerhaftes Bestehen an der Börse möglich. Hierbei sollte man auch Krisen wie die vergangene Finanzkrise durchspielen – Hätte man mit der Strategie hier „überlebt“? Wäre das Depot dabei „vernichtet“ worden?
Speziell für den vorletzten Punkt dürfte folgende Tabelle ganz aufschlussreich sein:
Wie man der Tabelle entnehmen kann, ist es bspw. bei einem Verlust von 20% notwendig einen Gewinn (mit dem um 20% verminderten Kapital!) von 25% zu erwirtschaften. Bei einem Verlust von 80% ist schon ein Gewinn von 400% notwendig. Wie man sieht, ist es also äußerst wichtig, sich über die Positionsgröße und das Risiko vor dem Trade einige Gedanken zu machen..
