Der Trading-Plan
Egal ob Hausbau oder Autokauf – jedes große Vorhaben braucht einen Plan. Am Anfang eines jeden Plans steht die Suche nach dem Ziel. Auch wenn dies jetzt recht einfach klingt, wird das oftmals gewaltig unterschätzt.
Wenn ein Trader ein Wertpapier im Depot hat, wird es ihm in den meisten Fällen unmöglich sein, dieses unvoreingenommen zu beurteilen. Entweder wird gehofft, dass der Kurs steigt oder es wird gebangt, wenn der Kurs fällt. Ein vorher aufgestellter Trading-Plan hält für jedes Szenario die entsprechenden Entscheidungen bereit.
Ein Trading-Plan sollte für jeden aktiven Trader daher Grundlage seines Investments sein. Für die Bestandteile eines Trading-Plans gibt es allerdings kein vorgefertigtes, etabliertes Muster.
Der Trading-Plan beinhaltet die konkrete Umsetzung einer festgelegten Trading-Strategie und dient somit direkt auch der Realisierung der zu Beginn definierten Investment- oder Anlagestrategie.
Daneben ist ein er ein hervorragendes Instrument zur Analyse der eigenen Fehler.
Nur wer einen Plan aufstellt, kann lang- wie kurzfristig zielgerichtet handeln, da dieser Plan einem ein Regelwerk darstellt, welches beim Trading zwingend eingehalten werden muss.
Grundregel Nummer 1 für einen erfolgreichen Anleger sollte also lauten:
Kein Trading ohne Trading-Plan!
Es ist von äußerster Bedeutung, nicht nach einen emotional gesteuerten Kauf- und Verkaufsrhythmus zu agieren, sondern der Plan muss das Handeln wesentlich prägen. Folgende Aspekte sollten dabei berücksichtigt werden:
- Warum trade ich überhaupt
- Wie finde ich eine Strategie
- Abwägung zwischen Gewinn und Risiko
- Welche Märkte werden gehandelt
- Welcher Zeithorizont wird genutzt (Day-, Swing- oder Positionstrader)
- Die Wahl der Instrumente (Aktien oder Derivate und welcher max. Hebel kommt zum Einsatz)
- Positionsgrößenmanagement (Hinsichtlich auf Risiko / Trade und das Ziel)
- Wie werden Orders ausgeführt
- Wie filtere ich alle Investmentmöglichkeiten? Bspw. Trends via Indikator
- Wie und wann eröffne ich eine Position? Soll ich nach einem großen, einem mittleren oder kleinen Einstiegssignal handeln?
- Wann werden Gewinne gesichert? Darauf zu warten, dass einem der Markt bereits eingefahrene Gewinne wieder abnimmt, nur weil man zu lange an einem Verlust-Trade festhält, ist keine Strategie.
- Wie und wo werden Stopps gesetzt
- Ab wann gilt ein Trade als (vorzeitig) gescheitert
- Ab wann ist eine Strategie gescheitert? (Maximaler Drawdown ermitteln. Dies ist meistens nur bei automatischen Handelssystemen möglich)
- Was mache ich im „Notfall“ (Beispiel Stromausfall: Was passiert mit den offenen Positionen? Kann ich den Broker anrufen? Unter welcher Telefonnummer?)
- Bin ich mental und intellektuell (auf den Wissensstand bezogen) bereit dafür?
- Wie überprüfe ich meine Ergebnisse
- Welche Rituale/Checklisten habe ich täglich, wöchentlich und monatlich einzuhalten
- Wann mache ich Pausen
- Wie belohne ich mich, wenn eine Order über den Erwartungen lag
- Was mache ich, wenn etwas nicht gut läuft
- Was mache ich, wenn etwas über einen längeren Zeitraum nicht gut läuft
- Wie verhalte ich mich, wenn ich durch andere Dinge emotional beeinflusst werde
Die Anforderungen an die eigene Psyche sind enorm hoch. Für das Trading mit Wertpapieren braucht man einen Plan, genau wie für jedes andere Business. Der Trading-Plan ist ein Vertrag, besser noch – ein Pakt, den man mit sich selbst abschließt. Es ist der Plan, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Dieser muss nicht nur die Methode enthalten, nach der gehandelt wird, sondern auch die Ziele, die man erreichen will, und vor allem wie diese Ziele erreicht werden sollen. Er muss das Trading-Umfeld, Trading-Rituale und die „normale“ Leben.
Der beste Tradingplan nützt natürlich nichts, wenn man ihn nicht befolgt. Darum lautet Regel Nummer 2 für den erfolgreichen Anleger:
Folge deinem Trading-Plan!
Ein weiteres, wichtiges für den nachhaltigen Erfolg ist das Führen eines Tagebuchs.
Das Trading-Tagebuch
Was handle ich in einem solchem Trading-Tagebuch ab? Im Prinzip kann man Analog zu einem „normalen“ Tagebuch vorgehen. Bei mir sieht in etwa wie folgt aus:
- Warum bin ich den Trade eingegangen (habe ich mich durch Emotionen beeinflussen lassen?)
- Die Entwicklung des Trades
- Welche Lehren ziehe ich aus dem Trade
- Was wurde falsch gemacht und warum (besonders hier muss man zu sich selbst ehrlich sein – Selbstbetrug kostet langfristig bares Geld, wenn dieselben Fehler wieder und wieder gemacht werden)
- Anfertigung eines Charts welcher Erfolge/ Misserfolge wiederspiegelt
Wie sind denn eure Erfahrungen? Habt ihr einen Trading-Plan und wenn ja, nutzt ihr ihn auch? Wenn ihr noch eine Idee habt, meldet euch einfach, dann ergänze ich die Liste.
Viele Grüße und gute Trades!