Die Konservativen in den USA sind sauer. „Wir waren eine Weltmacht. Heute lacht die Welt über uns“ werfen sie den Regierenden in Washington vor. Über den Abstieg der USA von der einzigen Super- zu einer von mehreren Weltmächten ist viel geschrieben worden. Auch wenn die Amerikaner noch immer die mächtigste Nation der Welt sind, das amerikanische Jahrhundert ist vorbei. Also Finger weg von amerikanischen Wertpapieren?
Staatsanleihen mit Risiko
Für US-amerikanische Staatsanleihen sind viele Investoren tatsächlich wenig zuversichtlich. Der Staat ist nahezu pleite. Trotzdem gibt es für Kürzungen im Haushalt wenig Unterstützung. Traditionell ist die Staatsquote in den USA weit niedriger als in Deutschland, der Sozialstaat viel weniger ausgebaut. Das deutsche System ist für die Amerikaner schon Sozialismus. Während in Deutschland darüber gestritten wird, ob es gerecht ist nach zwei Jahren Arbeitslosengeld nur noch Arbeitslosengeld II auf Sozialhilfeniveau zu bekommen, läuft die US-Sozialhilfe nach zwei Jahren komplett aus. Arbeitslosengeld wie in Deutschland gibt es auf Bundesebene gar nicht. Jede weitere Kürzung geht also an die Substanz und ist dementsprechend umstritten.
Doch Steuererhöhungen oder zumindest die Rücknahme von Steuervergünstigungen sind mit den Republikanern nicht zu machen. Der Zinssatz für 30 Jahre laufende US-Staatsanleihen liegt deshalb aktuell bei 4,32 Prozent. Für entsprechende deutsche Bundesanleihen bekommt man nur 3,65 Prozent, denn sie gelten als deutlich sicherer.
Wo stehen die Unternehmen?
Auch aus der Privatwirtschaft hörte man zuletzt vor allem Krisennachrichten. General Motors (ISIN US37045V1008) teilverstaatlicht, viele Banken in Problemen. Und der Dow Jones hat in den vergangenen fünf Jahren nur halb so viel Gewinne gemacht wie der DAX. Ein jüngst besonders erfolgreiches Automodell des Giganten General Motors wurde nicht in Detroit entworfen, sondern ausgerechnet in Deutschland.
Doch es gibt Hinweise darauf, dass die Industrie Kräfte sammelt. Jüngst stieg die Industrieproduktion deutlich an, die Zahl der Beschäftigten dagegen stagnierte, die Arbeitslosigkeit blieb hoch. Zeitungskommentatoren äußerten schon Zweifel an der Qualität der Daten. Doch es gibt noch eine andere Erklärung für diese Entwicklung. Die US-Unternehmen nutzen die niedrigen Zinsen und rationalisieren. Das ist zunächst einmal schlecht für US-Präsident Obama und die amerikanischen Arbeitnehmer, doch gut für die Aktionäre. Denn viele Firmen waren zuletzt nur mäßig wettbewerbsfähig.
Dynamische Macher
Vor allem aber entstehen in keinem anderen Land so schnell so viele dynamische Unternehmen. Während deutsche Absolventen von einer Karriere in einem Großunternehmen träumen, ist das Ideal vieler Amerikaner das eigene Unternehmen. Die Europäer mögen über die spritfressenden Autos, das schlechte Stromnetz und die oft deutlich geringere Effizienz der US-Betriebe die Nase rümpfen, doch die großen technologischen Entwicklungen kommen aus den USA. Sei es Microsoft (ISIN US5949181045), Google (ISIN US38259P5089), Apple (US0378331005), eBay (ISIN US2786421030), Amazon (ISIN US0231351067) oder zuletzt Facebook, das Gebiet Software und Internet gehört den USA. Die wenigen gebürtigen Deutschen in dem Geschäft wie Sun-Gründer Andreas von Bechtolsheim sind längst in die USA ausgewandert. Facebook-Gründer Zuckerberg und Google-Chef Schmidt mögen deutsche Nachnamen haben, aber das war’s auch schon.
Weitaus schwieriger ist die Frage, wie Investoren davon profitieren können. Viele Aktien der Hochtechnologieunternehmen sind bereits extrem teuer. Eine Möglichkeit besteht darin, Korrekturen auf dem Markt für den Einstieg zu nutzen. Die Aktie von Google ist beispielsweise in den vergangenen sechs Monaten deutlich gefallen und mit einem KGV von rund 16 sind die Aktien nicht wesentlich teuer als beispielsweise die von SAP.
Oder aber man vertraut darauf, dass der Pioniergeist, der Unternehmen wie Google oder Microsoft hervorgebracht hat, auch das ganze Land wieder voran bringt und legt sein Geld breit mit Hilfe eines ETFs an, beispielsweise auf den MSCI USA (ISIN DE000ETFL094 von ETFlab) oder den Dow Jones (ISIN LU0378437502 der Commerzbank). Dann aber sollte man eher einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont haben.
Hey in IE7 sieht dein Blog irgendwie seltsam aus.
Hallo Frank,
was meinst du mit “seltsam”? Habe es gerade mit dem IE7 kontrolliert, sieht bei mir alles normal aus.. Könntest du mir einen Screenshot an verwaltung {at} trader-talk {punkt} eu schicken?